Outplacement Ratgeber

Outplacement oder auch Newplacement ist das “Ausplatzieren” und “Neuplatzieren” von entlassenen Mitarbeitern. Was wie ein Euphemismus klingt, ist für Unternehmen und ihre Mitarbeiter eine essenzielle Dienstleistung und keinesfalls beschönigend gemeint. Es geht darum, dass Organisationen sich aus rein strukturellen Gründen von Mitarbeitern trennen müssen und diese nicht “im Regen stehen lassen”, sondern ihnen den Übergang zu neuen Perspektiven erleichtern wollen. Dass es heute im mitteleuropäischen Sprachraum die beiden synonym verwendeten Begrifflichkeiten “Outplacement” und “Newplacement” gibt (die sich sinngemäß scheinbar widersprechen), hat etwas mit der Etymologie des Wortes “Outplacement” zu tun. Dieses wurde erstmals für die Wiedereingliederung amerikanischer Soldaten nach ihrem aktiven Dienst verwendet, es ist dadurch konnotativ und denotativ besetzt. Man suchte daher einen neuen Begriff und fand ihn im “Newplacement”.

Was leistet Outplacement oder Newplacement?

Mit Outplacement finden Organisationen faire Lösungen nach einer Trennung. Deren Gründe können vielfältig sein, jedoch ist das den Betroffenen häufig egal, sie befinden sich in einem emotionalen Ausnahmezustand. Ein Outplacementberater begleitet diesen Prozess professionell, setzt sich für einvernehmliche Trennungen ein und legt größten Wert auf Neutralität. Damit erhalten die Mitarbeiter am ehesten eine neue Perspektive, während die Personalverantwortlichen ein gewisses Maß an Sicherheit in der ungewohnten und nicht angenehmen Situation bekommen. Die Unternehmen erkennen inzwischen die Vorteile dieser Beratung, nutzen sie und erhöhen dadurch ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Es gibt einen deutschen Fachverband innerhalb des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater, den BDU-Fachverband Outplacementberatung. Hier werden unter anderem Qualitätsstandards für die Outplacement- oder Newplacementberatung definiert.

Worauf achten die Interessenten an einer Outplacement Beratung?

Die Outplacement Beratung kann von Unternehmen (Standard), aber natürlich auch von den Mitarbeitern selbst angefordert werden, besonders Führungskräfte nutzen gelegentlich diesen Service auf eigene Rechnung. Es entstehen gewisse Kosten, die begründbar sein müssen. Daher sollten sich sowohl private Interessenten als auch Personalchefs von Unternehmen als Kunden einer Outplacement Beratung die folgenden Fragen bezüglich der Beratungsqualität stellen.

  • Erhalten entlassene Mitarbeiter eine psychologische Beratung?
  • Findet die Outplacement Beratung in Gruppen (in welcher Gruppenstärke) oder mit jedem Mitarbeiter einzeln statt?
  • Dauer der Outplacement Beratung
  • Angebote für ePlacement
  • Sucht die Beratungsagentur aktiv nach Jobangeboten für den Betroffenen? Wenn ja, gibt es Vermittlungsgarantien?
  • Beratungsqualität und Referenzen

Outplacement Beratung beurteilen

Selbst wenn die vorliegenden Fragen ausreichend beantwortet werden, sieht sich der Kunde einer Outplacement Beratung vielen offenen Fragen gegenüber. Einiges lässt sich jedoch an der Firmenstruktur ablesen. Die großen Anbieter sind oft sehr professionell aufgestellt, haben viele Berater und operieren an vielen Standorten. Es kann die Gefahr einer zu schnellen Abfertigung (“Massenabfertigung”) bestehen, das ist aber kein Muss und kann anhand der oben erwähnten Fragen eruiert werden. Ein großer Vorteil von erfahrenen Unternehmen und Beratern kann in ihren Kontakten zu Unternehmen bestehen, die über Jahre aufgebaut wurden. Das erhöht dramatisch die Chancen, einen neuen Job zu finden.

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